Heiligabend

Um 15.00 Uhr sollte der Gottesdienst in der alten französischen Xikai Kirche in der Innenstand Tianjins losgehen. Die Tatsache, dass es ein chinesisch sprachiger Gottesdienst war, hielt uns nicht ab. Ich war erstaunt, dass die Kirche dann brechend voll war – außer mir alles Chinesen. Ich nehme an, dass dies eine ganz normale katholische Messe war, als Protestant wohnten man solchen ja nicht häufig bei. Immerhin drei Weihnachtslieder erkannte ich sogar! Anschließend bummelten wir durch die Stadt, um ein wenig Zeit totzuschlagen. Die Geschäfte waren offen, da es sich in China ja um keinen offiziellen Feiertag handelte. Der Begriff „Weihnachtseinkäufe“ bekam so eine ganz andere Dimension. Ich stellte fest, dass Weihnachten aber seit 2004 deutlich populärer wurde. Inzwischen bot jeder Supermarkt Dekorationen und Plastiktannenbäume an. Weihnachtsmusik wurde gespielt und Verkäufer trugen Weihnachtsmannmützen. Ich nehme an, dies wurde von der Wirtschaft gesteuert, die ihren Vorteil hierin sahen – ähnlich wie man sich in Deutschland vor 10 Jahren kaum um den Valentinstag oder Halloween gekümmert hatte. Wo sich aber Profit machen ließ, wurde geworben. Nach einem Weihnachtsgeschmack Kaffee Latté im guten alten Starbucks, brachen wir dann endlich ins Restaurant auf. Wir waren mit Freunden zum Abendessen verabredet, meine Wunschlocation war leider nicht angenommen worden und wir trafen uns auch deutlich später, als es mir lieb gewesen wäre. Aber, wir wollten nun ja nicht den Tag vorher als Spielverderber da stehen und gingen natürlich trotzdem mit. Typisch amerikanisches Weihnachtessen wurde serviert, wir wurden mehr als satt, obwohl meine Frau und ich uns schon ein wenig über den Service wunderten. Schließlich waren wir gegen 23 Uhr daheim und veranstalteten unsere „Bescherung“. Da ich fast alle Geschenke selbst ausgesucht hatte, die ich bekam, hielt sich meine Überraschung in Grenzen. Meine Familie rief dann gemäß Vorschlag von mir an, bevor sie in Hamburg abends auseinander gingen. Somit klingelte am ersten Weihnachtstag morgens um 7.30 Uhr chinesischer Zeit das Telefon. In Hamburg dagegen herrschte um 0.30 Uhr zur selben Zeit dank einiger Tequila und Caipirinha ausgelassene Stimmung ...

 

31.12.07 03:51

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