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Tag 9 - 13

(Tag 9)
In Sanya auf der südchinesischen Tropeninsel Hainan gab es nicht viel zu sehen. Hier kam der Reisende des Strands wegen her. Am südchinesische Meer lagen hier Strände, die zum Teil länger als auf Hawai waren. Sanya selber war eine eher kleine chinesische Stadt mit 450.000 Einwohnern.
Von Shenzhen aus brauchte das Flugzeug weniger als eine Stunde für die 700 Kilometer. Durch einen späten Flug kam der Reisende erst morgens um 0.30 Uhr in seinem Hotel an. Geplant war gewesen, den Tag in Shenzhen zu nutzen. Das erwies sich leider als wenig ratsam. Das in Sanya gewählte Hotel „Zhong Yang“ lag zentral an einer der Hauptstraßen Sanyas, mit dem Bus etwa 20 Minuten von Stadtzentrum entfernt und zu Fuß in sieben bis acht Minuten Entfernung zum Strand in Da Dong Hai.
Obwohl der Reisende das „Bitte nicht stören Schild“ an die Tür gehängt hatte, klopfte der Zimmerservice und bat, den Raum reinigen zu dürfen. Auch um 10.45 Uhr morgens konnte dies den Missmut des Reisenden wecken. Man sollte dennoch versuchen, freundlich zu bleiben – man wollte es sich ja nicht schon am ersten Tag mit dem Personal verderben.
Zunächst sollte ein Spaziergang um das Hotel herum veranlasst werden. So fand der Reisende schnell Gelegenheiten einzukaufen. Außerdem stellte er fest, dass das vom Lonely Planet gepriesene Restaurant „Dong Bei Wang“ im 2. Geschoss seines Hotel lag. Es wurde durchaus zu Recht gepriesen.
„Lobby Bar“ und „Shopping Area“ seines Hotel sollte der Reisende besser meiden. Die „Shopping Area“ in der Lobby war ungefähr Esstisch groß und bot Bikinis und Hemden zum Verkauf an. Die Bar schloss direkt an die Shopping Area an und hatte etwa die gleiche Größe. Kunden waren dort nie zu sehen.
Nicht weit entfernt befand sich ein kleines Einkaufszentrum. Zur Überraschung des Reisenden war hier sämtliche Beschriftung – mehr noch als ins Englische – ins Russische übersetzt! Es stellte sich heraus, das ausländische Besucher überwiegend aus Russland stammten. Selbst Direktflüge von Sanya nach St. Petersburg gab es.
In einem der Restaurant gegenüber speiste der Reisende zu Mittag, Kosten für zwei Personen 30 RMB.
Anschließend erkundete er die Innenstadt Sanyas. Sie hatte alles, was alles chineisschen Innenstädte heutzutage hatten – McDonald´s, KFC, Adidas, jedoch kein Starbucks. Bereits nach einer Viertelsunde konnte der Reisende dann dazu über zu gehen, die Mittagshitze bei einem Tee abzuwarten. Das „Four Seasons“, taiwanesisches  Restaurant war dazu gut geeignet.
Die Straßen von Sanya waren voll mit Boomboombooms - den Dreirädrigen Moped-Taxis, die man überall in China sah, aber auch mit einer speziellen Sanya-Variante. Offenbar gab es eine Werkstatt, die hier Seitenwagen an Mopeds anschraubte. Überwiegend auf der linken – also im Rechtsverkehr der falschen – Seite und mit einer Art Kinderwagenrad. Fahrradrikschas waren auch im Straßenverkehr allgegenwärtig. Diese wurden überwiegend von Frauen der Miao-Minderheit gesteuert. Sie hatten einen starken Dialekt, der in voller Fahrt sehr, sehr schwer zu verstehen war. Offenbar verstanden sie genauso wenig. Daher durfte sich der Reisende nicht wundern, wenn er nicht am gewünschten Zielort ankam.
Da er sich am Meer befand, sollte der Reisende zumindest einmal ein Seafood Dinner zu sich nehmen. Etwas außerhalb, etwa 10 Minuten mit dem Taxi von seinem Hotel entfernt, gab es eine „schwimmende Stadt“. Eine Ansammlung von Restaurants, die auf Pontons im flachen Meerwasser gebaut waren und über lange Stege oder gar nur über kleine Fähren zu erreichen waren. Der Reisende sei jedoch gewarnt – war er nicht gewillt, über 100 RMB für einen Fisch auszugeben, sollte er besser fern bleiben. Er würde nichts verpassen.
Laut Einheimischen gibt es hier ebenfalls Buffet für nur 100 RMB pro Person. Wo genau dies aber erhältlich war, würde der nächste Reisende heraus finden müssen.
(Tag 10)
Am zweiten Tag in Sanya war morgens war der Strand angesagt. Vor der mittäglichen Hitze sollte gebadet werden. Daher klingelte der Wecker des Reisenden schon um 6.30 Uhr. Um kurz nach 7.00 Uhr erreichte er dann auch schon den Strand. Nicht ganz Menschenleer, doch angenehm ruhig war es.
Hatte der Reisende genug vom tagelangen Verzerr ausschließlich chinesischer Speisen, konnte er in der Innenstadt von Sanya ein Restaurant aufsuchen, welches für nur 58 RMB pro Person ein „Brazilian Barbecue“ anbot.
Nach dem Mittagessen entschied der Reisende die „Sanya Nanshan Cultural Tourism Zone“ zu besuchen. Die Fahrt dauerte mit dem Bus ca. 45 Minuten. Landschaftlich sehr schön gelegen, bot der Park eine Reihe buddhistische Sehenswürdigkeiten. Alle jedoch Nagelneu. Highlight der Anlage war eine 108 Meter hohe Statue von „Guanyin“. Sie war eine buddhistische Gottheit, genau gesagt die Göttin der Barmherzigkeit. Tatsächlich sah sie aus wie eine christliche Mariendarstellungen. Aber das gehörte so. Mit seinen künstlichen Felsen war es ein bisschen wir Hagenbeck´s Tierpark. Nur eben ohne Tiere. 150 RMB Eintritt pro Person waren hier für mehr als eine Frechheit. Und das im Sozialismus chinesischer Prägung. Touristen-Abzocke traf es ganz genau.
Als Low-Budget Ausgleich für den voran gegangenen Abend war ein Barbecue Dinner vorgesehen. Auf einer Art Parkplatz direkt neben dem Hotel des Reisenden öffneten abends eine Reihe von kleinen Restaurant oder vielmehr Garküchen, die ihre Gerichte vornehmlich grillten. Für 30 RMB bekam der Reisenden hier für zwei Personen ein ausgiebiges Mahl.
(Tag 11)
Legte der Reisende nicht viel Wert auf das chinesische Frühstück, welches im sein Hotel bereitete, so hatte er die Möglichkeit, entweder im Supermarkt oder der nahen chinesischen Bäckerei Gebäck zu kaufen.
Normalerweise war dies schmackhaft und leicht. Biss der Reisende jedoch in eine Gebäcktasche, von der die vorherige süß schmeckte, während diese jetzt geschmacklich einem Blauschimmelkäse nahe kam, so sollte er abgebissenes sofort wieder ausspucken. Käse war hier Gewiss keiner verarbeitet worden, es war davon auszugehen, dass der Schimmel sich von allein gebildet hatte.
Würde man schimmeligen Gebäck samt Einkaufsbon beim Supermarkt vorzeigen, erstattete dieser einem sämtliche Einkäufe.
Da der Reisende die Haupt-Sehenswürdigkeiten Sanyas gesehen hatte, kam heute durchaus ein ganzer Tag am Strand Da Dong Hai in Frage. Schließlich war er deswegen hier. Unterbrochen wurde der Aufenthalt lediglich vom Mittagessen im „Dong Bei Wang“, in dem abends auch Dinner eingenommen wurde.
(Tag 12)
Auch wenn sich der Reisende am Strand vor seiner Tür wohl fühlte, so sollte er sich den sieben Kilometer langen Strand in der Yalong Bay zumindest einmal ansehen. Vom Zhong Yang Hotel aus, konnte man 20 Minuten mit dem Taxi fahren. Hatte man Glück, konnte man einen Preis von nue 20 RMB aushandelt. Man musste allerdings sehr viel Glück haben.
60 RMB „Kurtaxe“ wurden in Yalong verlangt. Die kann der Reisende mit Trick umgehen. Er sollte versuchen, den Strand durch eines der anliegenden Hotels zu betreten. Verlangten diese dann doch die Zimmernummer, musste schnell eine Ausrede her. Man konnte zum Beispiel in der Strandbar des Crowne Plaza einen Drink nehmen, war da aber leider etwas ab vom Schuss. Etwas gut zu reden und der Hinweis, man warte ja eigentlich auf Freunde, die im Hotel lebten, ließ den Reisenden sogar eine Zeit lang auf den Liegestühlen am Strand verweilen. Wasser und Sand waren hier deutlich klarer, als in Da Dong Hai.
Da man aber eben doch nicht selber Gast des Hotels war und der vermeintliche Freund auch nicht auftauchte, wurde man dann vom Personal schon mal freundliche gebeten, die Liegestühle für die Gäste des Hotels frei zu machen.
Nachmittags konnte der Reisende daher einfach zu seinem stressfreien, kostenlosen Strand in Dadonghai zurückkehren.
Ärgerten ihn etwa die hohen Kosten für sein Seafood Dinner, Nanshan oder  die Strandbar, so konnte der Reisende dies durch das Verspeisen von Instant-Nudeln am Abend kompensieren. Diese waren in etwa 74 verschiedenen Geschmacksrichtungen – zumindest suggerierten dies Name, Bild und Beschreibung – für etwa 4 RMB in jedem Supermarkt erhältlich. Kochend Wasser gab es kostenlos im Hotelzimmer dazu.
(Tag 13)
Den letzten Tag seiner Reise sollte der Reisende noch einmal ausschließlich am Strand verbringen.
Grundsätzlich ist zu empfehlen, Flüge in den Morgenstunden zu buchen. So vermeidet man das Herbeisehnen des Abfluges am Abend – den Tag nutzt man selten sinnvoll. Eher sitzt man verloren auf irgendeinem Flughafen und wartet einfach nur auf das Boarding.
Bei einem Abflug um 21.45 Uhr erreichte der Reisende um 0.30 Uhr Shanghai. Mit dem Airport-Nachtbus konnte er heim fahren und die raue Wirklichkeit in Umgebung der Einwohner Shanghai´s genießen.

4.11.07 02:23, kommentieren

Geschafft!

So, nun habe ich die Flitterwochen endlich komplett eingestellt. Verfasst hatte ich den Text schon, bevor ich den ersten Tag eingestellt hatte. Aber, um alles auf einmal online zu stellen, war es mir zu viel.

Jetzt kann ich auch wieder kürzere, aktuellere Text aus unserer neuen Heimat einstellen

1 Kommentar 4.11.07 02:25, kommentieren

7. November 2007

22.30 Uhr. Das Telefon klingelt.

Es ist unsere vor-vormalige Vermieterin aus Shanghai, mit der wir eine lockere Freundschaft pflegen. Sie ist schwanger. Wieder. Letztes Jahr hatte sie noch wegen einer Erkaeltung abgetrieben.

Nun fragt sie, ob wir bei unserem naechsten Deutschland-Besuch einen Kindersitz fuer ihr Auto mitbringen koennen ...

Ich weiss nicht, bei wem ich mehr zweifeln soll:

An der Anruferin, die um 22.30 Uhr anruft ud genau weiss, dass wir IM NAECHSTEN JAHR nach Deutschland fliehgen.

Oder an meiner Frau, die sofort zu sagt, ohne ueber die Groesse und Kosten so eines Kindersitzes nachzudenken.

Schon mal versucht, einen Kindersitz in den Koffer zu packen?

3 Kommentare 8.11.07 08:27, kommentieren

Nachtrag: 20. Oktober 2007

Schwiegereltern waren zu Besuch! Kaum einen Tag, nachdem wir alle unsere Umzugskartons halbwegs ausgepackt hatten! Ja, es war stets spannend mit ihnen. Sie erzählten, dass die Großeltern wohl eine ihrer Wohnung verkaufen würden, damit die 4 gemeinsam mit der Queen Mary 2 die Welt umrunden könnten ... Tags drauf haben wir dann abends um 21.00 Uhr spontan alte Menschen besucht, die früher Nachbarn der Großeltern waren. Sie hatten noch immer Kontakt untereinander. So hatte Deng Miao’s Oma diese nette Oma überredet, einen Computer zu kaufen, damit sie über MSN miteinander chatten konnten! Ja, mit meiner chinesischen Familie wurde es nie langweilig.

1 Kommentar 9.11.07 07:06, kommentieren

Nachtrag: 27. Oktober 2007

Das Wochenende nach meinem Geburtstag haben wir in Beijing verbracht. Das war mein Wunsch. Leider hatte ich den Stress nicht bedacht – denn ich war bereits Montag bis Donnerstag geschäftlich in Beijing gewesen, habe dann Freitag in Tianjin gearbeitet und bin dann abends wieder mit dem Zug nach Beijing gefahren.

 

Ja, war nett. Anstrengend nur, dass meine Schwiegereltern den Samstag noch dabei waren. Sie machen aus dem Tag dann auch spontan einen „Museumstag“. Erst ein haeesliches Monument, dann ein konfuses Kunstmuseum und als Krönung am Nachmittag noch der Besuch um „Militaer- und Revolutionsmuseum“. Juhu. Es gab eine Menge Wolldecken und Sandalen zu sehen. Man hatte sie auf Mao’s langem Marsch wohl verwendet.

 

Klasse fand ich als U-Bahn Fan die Beijing Metro. Wow! Das war High Tech! Das war aus Russland! Das war 1965!

 

Begeistert waren wir, dass es Nahe unserer Hotels Hot Pot quasi auf der Strasse zu essen gab. Man durfte sich nur nicht von hygienischen bedenken ablenken lassen – jeder konnte da auf der Strasse stehen und in den offenen Topf hinein husten.

 

Nachdem Schwiegereltern sich abends dann verabschiedeten, wurde auch ich entspannter und wir erkundeten mit Freunden Beijing’s Nachtleben. Es hatte doch einiges mehr zu bieten, als das Tianjins.

 

9.11.07 07:08, kommentieren

08. November 2007

Ich sterbe. Wir kommen gerade von unserer ersten Taek Won Do Stunde. Als wir das Sportzentrum verlassen haben, sind Deng Miao und ich fast die 3 Stufen vor der Tuer hinunter gestolpert. Unsere Oberschenkel kamen damit nicht ganz klar. Was war passier? Ich hatte zugestimmt, dass wir sportliche Betaetigung brauchen und Deng Miao hatte einen Taek Won Do Kurs in unserer Nachbarschaft ausfindig gemacht. Nur wir beide, 2x die Woche fuer 400 RMB im Monat bei einem echten Koreaner! Da kann man nicht meckern. Er spricht ein paar Worte – sehr lustiges – Englisch und etwa ebenso viel Chinesisch. Daher war stets eine Uebersetzerin dabei, die fuer Deng Miao ins Chinesische ubersetzte. Ich bekam dann einige Brocken auf Englisch gesagt. Schon lustig. Allerdings lag mir das beim Taek Won Do uebliche umher schreien – und das auch noch auf Koreanisch – noch nicht so. Wir werden das auf jeden Fall weitermachen.

1 Kommentar 9.11.07 07:09, kommentieren

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1 Kommentar 10.11.07 15:28, kommentieren