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September 2007 – Einschub ...

Endlich ein klarer Tag. Annähernd blauer Himmel, dabei war es heute Morgen extrem neblig gewesen.
Sah man aus dem Fenster meines Arbeitszimmer konnte man am äußeren linken Rand den „RT-Mart“ Supermarkt sehen. Direkt daneben das Wohnhaus mit meiner vorherigen Not-Wohnung. Dahinter lag, etwa 5 Minuten mit dem Taxi entfernt, dass Olympia Stadion. Doch da man es nicht sehen konnte, will ich hier gar nicht drauf eingehen ...
Am äußeren rechten Rand konnte man den „Vanguard“ Supermarkt sehen. Beide Einkaufsmöglichkeiten waren zu Fuß etwa 15 Minuten entfernt, der Vanguard zwar angenehmer, der Fußweg zum RT jedoch schöner.
Zwischen beiden lag Tianjin. Zumindest der Teil, der von meiner Fensterbank aus sichtbar war. Direkt vor dem Haus – entlang der Yujiang Dao (Straße) -  verlief ein Kanal, dessen Ufer man zu Wanderwegen gestaltet hatte. Vor wenigen Jahren noch hatte entlang des Kanals ein Industriegebiet gelegen. Insofern war ich froh, dass ich im 15. Geschoss wohnte und gar nicht erst in die Verlegenheit kam, auf einer Terrasse zu sitzen oder gar Rasen in dem sicherlich erheblichen belasteten Boden anzupflanzen.
Hinter dem Kanal erstreckten sich Wohngebiete, die allesamt aus 6 geschossigen Wohngebäuden bestanden. Dies war üblich in China, wenn man nicht gerade Hochhäuser baute, da ab dem 7. Geschoss ein Aufzug Pflicht war.
Links stand der Tianjin Fernsehturm, in der Mitte wunderte ich mich gerade über den großen Industrieschornstein in all den Wohngebieten, rechts einige höhere Bürogebäude.
Die laute, stets verstopfte Hei Niu Cheng Dao (Straße), der wir vorher gewohnt hatten, war nicht zu sehen.
Etwas 4 Kilometer nördlich begannen die Hochhäuser der Innenstadt und zogen sich von links nach rechts entlang.
So sah es nach Norden aus. Unsere Wohnung war nämlich wie nahezu sämtliche chinesischen Wohngebäude einer Nord-Süd-Ausrichtung unterworfen. So war sichergestellt, dass die Wohnzimmer alle Sonnenlicht von Süden her erhielten. Städtebaulich hatte dies jedoch eine ziemlich Monotonie – um nicht zu sagen „Langeweile“ zur Folge ...

6.10.07 14:12, kommentieren

Montag, 17. September 2007

Es lagen wieder Besprechungen mit unserem Auftraggeber an. In Beijing. Um 6.15 Uhr holte der Fahrer mich ab und wir sammelten die verbliebenen Teammitglieder unterwegs ein. Als wir schliesslich um 7.00 Uhr auf die Autobahn von Tianjin (einer der groessten Staedte des Landes) nach Beijing (der Hauptstadt) wollten, war diese gesperrt! Nebel.

 

Daher fuhren wir die Nebenstrecke – umkurvten Schlagloecher so gross, dass man sich drin verlieren konnte. Gegenverkehr auf der eigenen Spur, Eselskarren, Fussgaenger zwischen den Autos ... das alles war fast nichts besonderes mehr. Eher schon der Moment, als wir anhielten und der Fahrer Steinbrocken von der Fahrbahn schob, um abbiegen zu koennen. Ja, das Leben in China war eine ständige Mischung aus Faszination und Todesangst.

 

Nach der Haelfte der Strecke war die Autobahn wieder frei und somit erreichten wir den Gespraechsort um 9.45 Uhr. Wir waren die ersten – unser Auftraggeber hatte auf seinen Bus warten muessen, der ebenfalls aus Tianjin kam und seine Chinesischen Joint Venture Partner hatten den gleichen Weg wie wir nehmen muessen.

 

6.10.07 14:14, kommentieren

Mittwoch, 19. September 2007

Heute Shanghai stand still. Shanghai wartete auf „Wipha“. Der stärkste Taifun seit 10 Jahren sollte Shanghai treffen. Schon seit gestern Nachmittag hatten die meisten Firmen frei gegeben. Vor dem Taifun kam erst einmal der Regen. Meine Frau berichtete von kübelweise Regen. Morgens hatte sie schon Frühstück, Mittagessen, Abendbrot eingekauft, um nicht noch einmal aus dem Haus zu müssen.

 

Doch, Shanghai hatte Glück, der Taifun streift die Stadt lediglich.

 

 

 

Wir im Norden hatten weniger Glück.

 

Heute ging es mit unserem Auftraggeber, seinen Ingenieuren und Architekten sowie seinem chinesischen Joint Venture Partner von Beijing nach Tianjin auf die Baustelle. Abends würde es gemeinsames Abendessen und den Besuch eines Spieles der Damen-Fußball Weltmeisterschaft geben. Danach sollte es nach zurück nach Beijing gehen.

 

Doch, der Taifun von Shanghai warf alles durcheinander. Da das Fußballspiel in Shanghai abgesagt werden musste, wurden auch die anderen Spiele um einen Tag verschoben.

 

Für uns bedeute das, die Heimfahrt nach dem Abendessen. Nun, das Essen fiel somit ausführlicher aus. Einige von uns waren bereits stark angeheitert, als wir um 22.00 Uhr den Bus nach Beijing bestiegen. Es war, wie bei einer Klassenfahrt – kaum saßen wir, wurde das Dosenbier herumgereicht. Schließlich waren zum Fußball Vorräte besorgt worden, die vernichtet werden mussten.

 

Singend und trinkend fuhren wir durch die Nacht. Bis wir um 0.15 Uhr einen Kilometer vor Beijings 6. Ringstraße halten mussten. Vollsperrung. Auf der Autobahn ging nichts mehr!

 

Weder vor noch zurück konnten wir. Stockenduster war es, als ich es den Kollegen nachtat und auch aus dem Bus kletterte, um uns nur abgestellte Autos, wir jedoch die Einzigen, die ausgestiegen waren. Die Zeit verging, das Bier auch.

 

Um 1.30 Uhr erblickten wir einen knappen Kilometer vor uns einen arbeitenden Telekran. Eine Stunde werkelte er, bis uns um 2.45 Uhr ein Polizeiwagen mit Sirene auf dem Standstreifen entgegen kam. Die Lautsprecherdurchsage war offenbar das Signal, das es weiter ging.

 

In der Mittelleitplanke lag noch der verunglückte LKW. Offenbar hatte er eine über die Autobahn gespannte Schilderbrücke beschädigt. Sie war von dem Telekran recht neben die Fahrbahn gehoben worden.

 

Mehr als übermüdet erreichten wir um 3.30 Uhr unser Hotel in der Innenstadt von Beijing ...

 

6.10.07 14:16, kommentieren

Samstag, 22. September 2007, Teil 1

Mein Tag begann damit, dass ein Mann gegen 8.30 Uhr an der Tür klingelte. Im Gegensatz zu mir sprach er fließend Chinesisch. Das machte die Kommunikation nicht ganz einfach. Lediglich das Wort „Wasser“ verstand in seinem Redeschwall.
Ich kam zu dem Schluss, er müsse der Wassermann sein und zeigte ihm die Gallone in der Küche. Vielleicht wollte er die nachfüllen? Nein.
Oh, mir kam eine andere Idee und führte ihm ins Badezimmer. Würde er vielleicht endlich unsere Klospülung reparieren. Nein, auch nicht.
Er redete tapfer mit mir, obwohl ich ihn nicht verstand. Letztlich kapierte ich, dass er unsere Wasseruhr suchte. Ich hatte jedoch nicht die geringste Idee, wo die zu finden war.
Nachdem wir alle Räume das zweite Mal absuchten, fanden wir sie versteckt im Badezimmerschrank J

6.10.07 14:17, kommentieren

Samstag, 22. September 2007, Teil 2

Da es ein herrlicher Tag war, wollte ich mir noch einmal das ehemalige italienische Konzessionsgebiet in der Stadt ansehen. Es war wunderschön, ganz herrliche, alte italienische Villen standen rund um den Marco-Polo-Platz. Doch, abgesehen von einer handvoll chinesischer Touristen war es in dem Viertel wie ausgestorben. Die meisten Häuser standen leer. Gut, viele wurden renoviert – vielleicht war hier in einem Jahr mehr los. Der Anblick des einzigen Restaurant in der Gegend munterte mich nicht so recht auf.

 

Daher schlug ich den Weg zur Einkaufsstraße Heping Lu ein. Ich saß mich ein wenig um und beschloss, weiter zu fahren. Ich fragte einen der Boomboomboom-Fahrer, wie teuer die Fahrt mit seinem Moped-Taxi zur Chifeng Dao sei. 15 RMB antwortet er ich lachte ihn aus. Die Fahrt mit dem Taxi würde die Hälfte kosten erläuterte ich und wand mich ab.

 

Mit dem Taxi fuhr ich zu einem sehr schönen, aber noch nicht fertigen Haus. Es war vollständig mit Porzellan (Bruch) verkleidet. Anschließend machte ich mich auf den Weg heim, da ich seit einer Woche auf einen Techniker der Telecom wartete, der endlich das Internet in Betrieb setzten würde.

1 Kommentar 6.10.07 14:19, kommentieren

*** Nachtrag *** August

Ich hatte noch gar nicht von unserem verlängerten Wochenende in Qingdao berichtet.

 

Von Tianjin aus flogen wir mit dem kleinsten Flugzeug, dass wir beide je betreten hatten, lediglich 40 Minuten nach Qingdao. Unser Hotel lag „downtown“ in der alten Innenstadt, mehr Blick auf´s Meer. Wunderbar! Nervig nur, dass nachts immer einmal das Telefon klingelte und Nutten ihre Dienste anboten.

 

Unser Tagesablauf über die vier Tage war ein sehr entspannter. Vormittags bummelten wir, über Mittag saßen wir in einem Café in Meeresnähe. Waren die Temperaturen von 36 Grad gesunken, gingen wir nachmittags an den Strand. Abends aßen wir dann Gerichte vom Grill. Einige Male aßen wir in Qingdao´s „Beer Street“. Die Restaurants dort hatten alle Personal vor der Tür, das Passanten ansprach, hinein zu kommen. Ähnlich etwa wie die Koberer auf der Reeperbahn. Sah man die Straße entlang, erinnerte das zumeist weibliche Personal jedoch auch ein wenig an die Damen in der hamburger Davidstraße.

 

Bier gab es in jeder Lokalität fast ausnahmslos vom Faß. Die Tsingtao-Brauerei hatte hier ihren Sitz. Ein Krug Bier (1,5 Liter) war ab 10 RMB zu haben. Wahlweise auch zum Mitnehmen. Dann wurde es allerdings in eine Plastiktüte geschüttet und man bekam es so in die Hand.

 

Am letzten Abend aßen wir auf dem Weg zum Flughafen noch etwas bei einem chinesischem „Pseudo-Italiener“. Ich konnte gerade noch ohne den Einsatz von körperlicher Gewalt verhindern, das meine Pizza mit süßer Mayonnaise garniert wurde ...

 

1 Kommentar 8.10.07 08:09, kommentieren

Flitterwochen

Mit etwas Verspätung standen nun im Oktober unsere Flitterwochen an. Im Mai nach der Hochzeit war keine Zeit. Die Familie war noch hier gewesen und unendlich lange Urlaub konnten wir „damals“ ja auch nicht nehmen. Nun bot es sich an, die Ferien zum „Chinese Nationalday“ entsprechend zu verlängern. Für unseren Urlaub haben wir uns geeinigt, von allem etwas zu machen – Strand für Deng Miao, Stadt für mich. Und das ganze sollte endlich mal im Süden des Landes sein. Somit  standen Hong Kong, Macao und Sanya auf dem Programm.
Chinesen, die nach Hong Kong reisen möchten, benötigen eine besondere Genehmigung der Behörden. Dafür müssen sie in der jeweiligen Provinz, in der sie gemeldet sind, das Amt für Auswärtige Angelegenheiten in der Hauptstadt aufsuchen. Ein Land – zwei Systeme. Die Wunderformel Deng Xiao Ping´s. Meine Frau Deng Miao bekam in ihrer Heimatstadt Hefei ein Pass-ähnliches Dokument, mit einer Art Visum für Hong Kong und einem für Macao.
Dass ihr Aufenthalt in Hong Kong auf sieben Tage beschränkt war, erfuhr ich erst nach Buchung der Flüge und veranlasste uns zu einer Übernachtung in Shenzhen. Unterwegs stellten wir ferner fest, dass Deng Miao nur eine einmalige Einreisegenehmigung für Hong Kong hatte. Aus diesem Grund legten wir unseren Macao-Besuch ans Ende unseres Hng Kong Aufenthaltes und fuhren von dort direkt nach Shenzhen.
Allgemein gliedert sich die Fläche Hong Kong´s in die Bereiche Hong Kong Island, die nördlich davon liegende Halbinsel Kowloon und die im Norden daran anschließenden New Territories mit ihrer Grenze zu China. Hinzu kamen noch die Outlying Islands, die wir unbetrachtet gelassen haben.
Da meine Frau üblicherweise sehr auf das Geld achtet, werde ich für Vergleiche einige Preise mit aufführen. Ich werde dieses Mal versuchen, unsere Reise etwas distanzierter als sonst zu beschreiben ...

16.10.07 11:13, kommentieren