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Junggesellenabschied ...

Den hatten wir ja auch noch! Naja, klar definieren kann man solch eine Feier wohl nicht ... jedenfalls haben wir mehrfach gefeiert.

Das erste Mal kurz nach der Ankunft meiner Familie. Es bot sich an, dass das Monsoon - ein Club unweit unserer Wohnung - seinen Einjährigen Geburtstag feierte. Von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr wurden die Getränke kostenlos ausgeschenkt. Das musste ausgenutzt werden und wir ließen uns somit Whiskey-Cola und Gin-Tonic in rauhen Mengen bringen. Leider ließ die Bedienung sicht trotz meines zuredens nicht überzeugen, das Tablet mit den Häppchen ebenfalls bei uns abzustellen. Um kurz nach 23.00 Uhr gingen wir fröhlich heim. Immerhin sah ich so meinen Bruder Florian zum ersten Mal angetrunken. Bei Niki war das ja nicht so ungewöhnlich ....

Eine weitere Feier folgte dann am Vorabend der Hochzeit in Hefei. Ich entschied, dass wir den Abend nicht im gleichen Club wie die Braut verbringen sollten. Entsprechend zogen wir weiter, doch leider ist das Angebot in Hefei nicht Jedermanns Sache. Die meisten Läden waren auf chinesische Kunden ausgelegt und spielten "bumm-bumm-bumm-utz-utz-utz"-Musik. Daher traten wir schnell die Flucht aus dem ersten Club an. Musikalisch war der zweite nicht besser, doch immerhin tanzten hier zu unserem Erstaunen einige nette Damen go-go um eine Stange herum. Vergnügt sahen wir zu bis die Damen ihre Stange verließen und von einem leicht bekleideten Herren abgelöst zu werden. Zeit für uns zu gehen.

In Shanghai verbrachten wir zwar den Vorabend der Feier daheim, doch gemeinsam mit Andreas wählten wir die Musik für die Feier aus und tranken Bier dabei. Wir übten tanzen und die Musik wurde lauter. Ich zwang Flo, bis 2.00 Uhr aufzubleiben und mir mit der Musik zu helfen. Er war ja schließlich nicht zum Urlaub hier!

An dieser Stelle aber noch einmal vielen Dank, dass man mich nicht in eine hirnrissige Verkleidung gesteckt und damit durch die Straßen getrieben hat!

1 Kommentar 2.6.07 05:27, kommentieren

Hochzeit in Shanghai ...

Auf Drängen von Deng Miao waren wir mit Flo und Niki schon um 15.00 Uhr im Restaurant. Sie war der Ansicht, dass wir beim Dekorieren helfen sollten und aufpassen müssten.

Zum Aufpassen gab es noch genauso wenig, wie zum Dekorieren - man hatte noch keinen Handschlag getan, um die Tische herzurichten.

Es gelang mir, Deng Miao zu überzeugen, die Tische nicht selber aufzubauen, das Personal würde schon wissen, wie man die erwarteten 55 Gäste am unterbringen könnte. Nun, wir waren in China und einmal mehr täuschte ich mich. Als das Personal fertig war, gab es im Saal auch nach der dritten Zählung nur 45 Sitzplätze. Wir machten ihnen klar, dass die Gäste sich nicht gegenseitig auf dem Schoß sitzen könnten und auch eine gewisse Arm-Freiheit beim Essen notwendig sei. Mit Flo und Niki zusammen, änderten wir die Sitzordnung an der großen Tafel und stellen noch einige Stühle hinzu, ich machte ihnen klar, dass Brautpaar, mit Eltern und Onkel und Tante keinen Platz an dem 80x80 cm großen klapprigen Tisch am Kopf des Raumes finden würden und bestand darauf, den großen Tisch von der Terrasse herein zu holen. Tische a 8 Leuten, wie man uns zugesagt hatte, entpuppten sich als Utopie. Somit verabschiedete ich mich auch von der vorbereiteten Sitzordnung.

Eine kurze - man könnte es "interne "Auseinandersetzung" nennen - mussten wir noch diskutieren. Während seit Dezember (also 5 Monaten) feststand, dass wir zu um 17.30 Uhr eingeladen hatten und dies mehrfach schriftlich festgelegt hatten, waren alle Chinesischen Freunde lustigerweise erst zu um 18.30 Uhr eingeladen. Daher rief Deng Miao diese doch noch an und bat sie, früher zu kommen.

Mich Ach und Krach hatten wir alles vorbereitet, als die ersten Gäste eintrafen. Und auch das Wetter spielte mit - bis in den Nachmittag sah es noch nach Regen aus, aber es blieb sonnig und warm, so das wir auch die Terrasse nutzen konnten.

Um einen Apperatif zur Begrüßung anzubieten, hatten wir einige Flaschen Sekt mitgebracht. Meine gute Laune ließ ich mir auch nicht dadurch verderben, dass die Bedienung plötzlich zusätzlich Rotwein anbot. der war für das Essen. Mit meinem fragmentalen Chinesisch fuhr ich die Bedienung an, dass der Rotwein hier nichts zu suchen habe.

Abgesehen davon verlief alles wunderbar und problemlos. Nach dem Essen wurden wir eingeladen, spielerisch zu beweisen, ob wir in unseren Ansichten übereinstimmten. Mein Bruder Florian, der dies organisierte, stellte staunend fest, dass wir 12 von 15 möglichen Übereinstimmungen erreichten.

Erst am Abend zuvor hatten wir beschlossen, einen Hochzeitstanz in die Feier einzubeziehen. Flo hatte entsetzt erklärt, der gehöre dazu. Da wir aber beide nicht wirklich tanzen konnten, hatten wir einen Crash-Kurs "Disco-Fox" von Flo verpasst bekommen. Mir war jedoch klar, ich würde auf meiner Hochzeit nicht zu Musik von Gloria Gaynor tanzen! Während wir noch über die Musik rätselten, kam die laufende CD zur Spyder Murphy Gang. Kurzerhand erkoren wir so "Skandal im Sperrberirk" zu unserem Song.

Als ich später die Video-Auzeichnung des Tanzes sah, war ich doch beruhigt - es sah gar nicht so schlimm aus, wie ich befürchtet hatte. Ich hatte das Gefühl gahebt, wir seien mehrfach aus dem Rythmus gekommen, ja hatten gar keinen gemeinsamen Takt gefunden ...

Nächstes Highlight war die Torte. Nicht nur, dass ich mir in meinem Smoking und der schönen Frau an meiner Seite schon wie James Bind vorkam nein, nun kam es auch zu einem regelrechten Blitzlichtgewitter, wie es ihn normalerweise nur zum Auftritt von Superstars gibt. Und das, nur weil wir einen Kuchen kleinschnitten!

Da wir überwiegend ausländische Gäste hatte, ging diese Feier auch deutlich über 21.00 Uhr hinaus. Als um 0.00 Uhr nur noch ein harten Kern übrig war, verkündete das Restaurant, ihnen sei das Bier ausgegangen. Man habe nicht damit gerechnet, dass Deutsche soviel Bier trinken würden ... Gern bezahlten wir aber noch einmal 5 Euro und schickten jemanden von der Bedienung zum nächsten Supermarkt.

Gegen 1.30 Uhr packten wir unsere Sachen und rückten ab. Zu sechst nahmen wir noch ein oder vier Bier ausserhalb und um 5.00 Uhr fiel ich ins Bett ...

Danke! 

2.6.07 05:56, kommentieren

Danksagung ...

Ich möchte mich noch einmal bedanken

- für alle Glückwünsche und Geschenke

- bei allen Gästen, dass sie mit uns zusammen gefeiert haben

- alle Beiträge in der Hochzeitszeitung

- für alle Fotos, die uns erreicht haben

- bei Antje und Christine, die mir bei so manchem aufziehenden Nervenzusammenbruch bei Seite standen

- und besonders bei Flo und Daniel, die sehr viel für uns organisiert haben und stets mir Rat und Tat zur Seite standen.

Ich glaube, damit ist alles von unserer Hochzeit berichtet. Den Honeymoon haben wir noch vor uns, dafür müssen wir uns aber noch auf ein Ziel und eine Zeit einigen. Fotos sind über den Link an der rechten Seite zu erreichen.

Es ist ja aber nicht so, dass das Leben hier ohne Hochzeit langweilig wäre. Ich werde daher weiter den Blog mit Geschichten aus China füttern ...

2.6.07 06:07, kommentieren

Business in Beijing

Geschäftlich verschlug es mich für 3 Tage zu Besprechungen nach Beijing. Gemeinsam mit meinem neuen chinesischen Kollegen, flogen wir bereits Sonntagnachmittag von Shanghai nach Beijing.

Unsere Sitzplätze an Bord waren so weit hinten, dass ich mich schon fragte, ob die Maschinen noch einen Anhänger haben würde. Schließlich fanden wir unsere Plätze doch noch an Bord und sahen einen Moment später auch schon die Sicherheitshinweise auf Video. Es war das erste Mal, dass ich sie im Schnellvorlauf sah.

In Beijing angekommen, trafen wir uns abends mit unserem Projektdirektor. Da wir noch keine dienstlichen Verpflichtungen hatten, waren wir beide in Jeans und schlabbrigen Polo-Shirt gekleidet. Unser chinesischer Kollege hingegen, trug bereits seinen Anzug.

Den trug er so auch bis wir 4 Tage später wieder in Shanghai ankamen. Wir waren auf den Besprechungen mit Bauherrn und Architekten eh die einzigen Drei die überhaupt Krawatten trugen, Sakkos wurden stets schnell ausgezogen - zum Einen weil es das Klima kaum zuließ sie anzubehalten, zum Anderen lief alles in einen lockerer Atmosphäre ab. Mein chinesischer Kollege öffnete hingegen nicht einmal sein Sakko. Mir schlich sich der Verdacht auf, er sei am Sonntag eingekleidet worden und seine Kleidung habe man an ihm fest getackert ... !

Wahnsinnig machte mich seine Eigenschaft, stets die Hand vor den Mund zu nehmen, wenn er mir etwas erklären oder übersetzen wollte. Das verbesserte nicht gerade die Akustik. Dennoch eine Eigenschaft, die auch meine Sekretärin - zu oft - nutzte.

Der Architekt neben mir kochte sie einen Instant-Nescafe und ich frage mich noch heute, warum der so nach Wurst-Wasser roch.

Insgesamt waren die Besprechungen innerhalb meiner Arbeitsgruppe wenig effektiv. Man hätte die Ergebnisse wohl auch auf zwei Stunden komprimieren können. Die meiste Zeit verbrachten wir mit warten auf die chinesischen Partner. Hatten sie erfahren, was sie wissen wollten, gingen sie einfach kommentarlos und ließen uns sitzen. Nun, nicht jedesmal. Doch mehrfach waren wir Deutschen plötzlich allein im Raum und man wunderte sich, ob die anderen gleich wiederkamen, wir heim gehen könnten oder wir vielleicht woanders erwartet würden ...

1 Kommentar 3.6.07 06:51, kommentieren

Bewerbungen ...

Für das Büro hatte ich zwei Stellenangebote aufgegeben, da wir verstärkung für ein neues Projekt brauchten. Es war schon abenteuerlich, was darauf hin zurück kam ...

Zum Einen suchten wir eine Assistentin / Sekratärin, sie sollte Chinesin sein. In den Anzeigen war vermerkt, dass sie Englisch sprechen müsse und Deutsch auch von Vorteil wäre. Entsprechend seien auch die Bewerbungsunterlagen in Englisch einzzureichen. Und die Arbeitsstelle sei in Tianjin.

Es war schon erschreckend, wie wenige Bewerber offenbar den Text lasen. Die Hälfte von ihnen reichte die Unterlagen nur auf chinesisch ein. Obwohl sie alle "excellente" Englischkenntnisse hatten, ware sie trotz Nachfrage nicht in der Lage die Unterlagen entsprechend nachzureichen. Ein Teil wollte gern in Shanghai arbeiten, hatte Tianjin als Arbeitsort übersehen und die meisten hatten nur wenige Monate bei ihren vorherigen Arbeitgebern verbracht.

Zum Anderen suchten wir einen Projektleiter. Die Unterlagen, die von den Deutschen (und anderen Bewerbern) eingerecht wurden, waren auch nicht unbedingt überzeugender. Kaum eine Unterlage entsprach dem Standard, den wir mal in der Schule gelernt hatten. Hier ging es ja nicht um ein 3 wöchiges Schulpraktikum, sondern um eine Stelle als Ingenieur, ja eines Akademikers.

Das Beste waren die Bewerbungen, die mit den Worten anfingen "...ich bin zwar kein Ingenieur, aber vielleicht können Sie mich trotzdem einstellen - ich würde gern in China arbeiten". Unglaublich. Und davon bekam ich mehrere!

 Aber, kein Grund zum Verzweifeln. Wir würden schon jemanden finden!

4.6.07 04:49, kommentieren

Donnerstag, 07. Juni 2007

Wieder einmal standen wir am Bahnhof von Wuxi und wollten nach Shanghai zurueck. Immerhin hatten wir ein Rueckfahrt-Ticket - ohne kam ich hier auch nicht mehr her. Ich hatte hier schon unzaehlige Stunden auf einen Zug warten muessen, habe in regelrechten "Viehtransportern" auf dem Weg nacvh Shanghai gestanden, war mehrfach mit dem Bus unterwegs gewesen oder hatte auf dem Schwarzmarkt ueberteuerte Tickets erstanden.

Nein, heute hielten mein Kollege und ich Tickets in der Hand. Allerdings wuerde unser Zug erst in 2,5 Stunden abfahren. Daher fragten wir am Schalter, ob es moeglich sei, die Tickets fuer einen frueheren Zug zu tauschen.

Ich bewunderte den Mann, der am Schalter sass - wie er dort aus dem Gedaechtnis, ohne einen Computer zur Hilfe zu nehmen, absolut sicher wusste, dass kein anderer Zug Sitzplaetze bieten wuerde. Wir wuerden eben auf unseren Zug warten muessen.

Ich wunderte mich ... Wuxi lag an einer der meistbefahrenen Strecken des Landes (Beijing-Nanjing-Shanghai), entsprechend viele Zuege muessten hier eigentlich in den naechsten 2,5 Stunden halten ...

Offenbar war sein Gedaechtnis dann doch nicht sooo gut. Im zweiten Anlauf eine Viertelstunde spaeter, war es schliesslich doch moeglich, die Fahrkarten zu tauschen. Zwar lediglich fuer einen Zug, der eine halbe Stunde frueher fuhr. Aber, so wuerden wir auch eine halbe Stunde frueher daheim sein.

Wer weiss, was ein drittes Nachfragen ergeben haette ...

1 Kommentar 8.6.07 05:39, kommentieren

Montag, 04. Juni 2007

Montag war ich früh von der Arbeit zu Hause. Wutentbrannt hatte ich das Büro morgens verlassen.

Unglaublich ... am Wochenende hatten Bauarbeiten im Büro stattgefunden. Hätte man uns vorher davon etwas gesagt, hätten wir ja unsere Arbeitsplätze mit Folie abdecken können. Aber, nein. Am Donnerstag oder Freitag hieß es noch, das würde erst nächste Woche gemacht.

Diese dummen Schweine haben von alleine natürlich keine Abdeckungen ausgelegt. Im Gegenteil. Die haben im Büro (!) massenhaft Holz zurecht gesägt. Entsprechend war überall der feine Mehlstaub und Sägespäne. Ihren Müll haben sie auch gleich liegen lassen.
Da kann die Putzfrau aus dem Büro gar nicht gegenan putzen. Einen anständigen staubsauger braucht man, und z.B. Putzmittel für die Computer. Professionelles Equipment eben, etwas mehr als einen alten Lappen, Reisigbesen und Wasser.
Ich habe gesagt, die sollten den Chef der Ausbau-Firma herzitieren und ihm das zeigen, damit er die professionelle Reinigung veranlasst.
Einmal mehr wurde nur mit den Schultern gezuckt, "was das wohl bringen würde?" Als unsere Putzfrau dann anfing, mit ihrem Reisigbesen alles abzufegen und so den Staub noch mehr zu verteilen, bin ich abgehauen.
Boah!

8.6.07 10:10, kommentieren