28. November 2007

Warum bekam ich im Flugzeug stets einen Platz am Gang? Das nervte! Jedes Mal aufstehen, wenn einer rein oder raus wollte. Ständig angerempelt werden. Beim nächsten Mal würde ich beim Check-In auf einen Fensterplatz bestehen!

 

Freudig überrascht war ich, als das Frühstück serviert wurde. Es gab warme Speisen! Doch nicht etwa Rührei? Lecker ... !

 

Die Ernüchterung kam schnell – es wurde Reis-Matsch-Suppe serviert. Mir verging der Appetit. Er kam jedoch schnell zurück, denn zu meinem Staunen, liefen die Stewardessen jetzt den Gang auf und ab und verteilten aufgebackene Croissants! Das hatte ich ja noch nie an Bord eines chinesischen Flugzeuges erlebt ...

 

 

 

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24. November 2007

Am heutigen Samstag würden wir unsere Freundin Zhu Yan besuchen. Sie war frisch verheiratet und wohnte etwas außerhalb Shanghais. Vor knapp 4 Wochen hatte sie Nachwuchs bekommen und den wollten wir uns anschauen ...

 

Tags zu vor hatte ich meiner Frau vorgeschlagen, sie könne ja schon mal die Zugtickets kaufen. Nein, das sei nicht nötig, von Shanghai fuhren die Züge nach Shanghai im 5 Minuten Takt.

 

So die Antwort gestern. Heute war es dann nicht mehr so – der nächste Zug würde in 1,5 Stunden erst fahren. Klasse. Solange würden wir dann planlos herum sitzen.

 

Ich kannte es von anderen Fahrten mit den Schnellzügen, dass man Kunshan in 20 Minuten erreichte. Unser Zug brauchte nun eine satte Stunde.

 

Zwillinge angeschaut, bewundert wie Zhu Yan sich auf Grund unterschiedlicher Dialekte sich nicht mit ihrer Schwiegermutter unterhalten konnte und dann auch bald wieder heim. Nun stand unser Zug am Bahnhof und fuhr einfach nicht los! Nach etwa 20 Minuten des Wartens, wurde plötzlich 7 Gestalten über den Bahnsteig geschliffen. Taschendiebe! Direkt vor unserem Waggon konnten wir zusehen, wie man ihnen Handys, Geldbörsen, Uhren abnahm. Wie man ihnen die Schuhe auszog, wie man ihnen auch mehr aus zog, wie man sie mit ihren Schnürsenkel fesselte, wie man sie prügelte und trat.

 

Mit schließlich 45 Minuten Verspätung fuhren wir ab. Und wohl alle Mitfahrenden um mich herum waren enttäuscht, dass das Schauspiel vor dem Fenster beendet war ...

 

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23. November 2007

 

Geschäftlich verschlug es mich vergangene Woche für ein paar Tage nach Shanghai ...

 

Zurück in Shanghai. Wenn auch nur für ein paar Tage. Merkwürdiges Gefühl, denn es war nicht mehr mein Zuhause. Seit knapp zwei Monaten lebten wir in Tianjin. Somit hatte ich nun schon zweimal mein Zuhause verlassen. Erst Hamburg, dann Shanghai. Das Gefühl sich in Shanghai zu bewegen war noch anders - wehmütiger, als Hamburg zu besuchen.

 

Hamburg war meine Heimat. Ich war stolz, dort her zu kommen, da hin zu gehören. Irgendwann würde Hamburg wieder mein – ja, unser! – Zuhause sein. Shanghai nicht. Nach Shanghai würde ich nur noch als Besucher kommen, doch nie wieder hier leben. Das war nach drei Jahren vorbei.

 

Es war interessant zu beobachten, wie sich meine Perspektive verändert hat. Als wir noch in Shanghai wohnten, empfand ich Hong Kong deutlich als internationale Metropole, der gegenüber Shanghai weit zurück lag. Aus Tianjin beobachtend war Shanghai schon ein Stadt, die weit oben in der Liga der großen Städte weltweit mitspielte.
Ich glaube inzwischen, dass ich eine Art hassliebe zu Shanghai entwickelt habe. So sehr mir zwischendurch die Menschenmassen hier auf den Sack gingen, so sehr faszinierten sie mich im Endeffekt doch. Jubel, Trubel, Heiterkeit war hier einfach angesagt. Farbenfroh und lebendig ist die Stadt. Das ist in Tianjin eben nicht der Fall.

 

Aber ich musste mittlerweile zugegeben, wir genießen dort die Ruhe in Tianjin. Langsam fanden wir neue Locations, die auch in Tianjin das Leben angenehm(er) machten. Monatlich gab es neue Geschäfte, in denen man westliche Waren einkaufen konnte. Deutsches Schwarzbrot, Bagels, deutsches Fassbier – kein Problem mehr! Neue Restaurant eröffneten. Aber es ist noch ein weiter weg, um zu den spannenden Städten China´s aufzusteigen und erst recht, um ein Global Player zu werden ...

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20. November 2007

Diese Woche lagen wieder Besprechungen mit unserem Bauherrn in China an.
Erst konnten wir auf der Baustelle das neueste Bauwerk bewundern. Normalerweise würde man in Deutschland etwa einen Außenaufzug montieren, um Material auf das Dach zu transportieren.  Um unsere ca. 35 Meter hohes Hallendach zu beschicken, hatte die chinesische Baufirma eine Rampe (!) aufgebaut! Mich erinnerte das ein wenig an den Pyramidenbau im alten Ägypten ...
In den Besprechungen selber musste ich feststellen, dass wir uns zwar immer wieder über die Übersetzungen der Chinesen wunderten – „radioaktiven Strom“ etwa würden wir mit Sicherheit in dem Projekt nicht haben wollen.
Aber wenn die Deutschen Kollegen statt „...be closed...“ in ihren Reports „Bee Closet“ schrieben, brauchten wir uns nicht wundern, wenn die Chinesen ihrerseits von „Bienen Toilette“ sprechen würden ...

1.12.07 16:22, kommentieren

15. November 2007

Am 15. November ist Winteranfang in China. An diesem Tag sollen nördlich des Yangtze die Heizungen laufen. Bis 15. März versorgten die öffentlichen Fernwärmeleitungen alle angeschlossenen Wohnungen mit Wärme.

 

Seit einigen Tagen schon nervte unserer Fahrer – bei ihm wären die Heizungen schon warm, bei uns noch immer nicht??

 

Als ich nun am 15. November abends heim kam, war ich schon angenehm überrascht, selbst im Aufzug kam eine wohlige Wärme aus dem Lüftungsschlitz in der Decke. Selbst der Hausflur bei uns im 15. Geschoss war warm!

 

Wärmer leider als unsere Wohnung. Das war nicht so schön. Für die Größe von Räumen und Wohnung waren die Heizkörper eh schon unterdimensioniert. Außerdem waren überhaupt nur wenige von ihnen überhaupt lauwarm.

 

Das hatte ich mir hier oben im Norden schon anders vorgestellt! Naja, abwarten hieß es dann wohl. Abwarten, und erstens hoffen, dass er innen wärmer würde und zweitens, dass es draußen nicht zu kalt würde.

 

Schon jetzt hatten wir nachts 0 Grad und weniger. Minus 15 Grad im Winter sei aber nichts ungewöhnliches ....

 

1.12.07 16:31, kommentieren

17. November 2007

Vieles war in Tianjin komplizierter als anderswo. Beim Einzug hatten wir von unserem Vermieter (Landlord) etwa keinen Briefkastenschlüssel bekommen. War wohl nicht üblich hier in der Stadt.

 

Da wir (besonders ich) schon ganz gern nach unserer Post kucken wollten, erkundigten wir uns und baten um den Schlüssel. Nicht etwa unser Landlord hatte einen. Nein, Er musste mit sämtlichen seiner Dokumente (Personalausweis und Grundbuchauszug) bei der Hausverwaltung vorstellig werden ...

 

 

 

18.11.07 02:04, kommentieren

15. November 2007

Es wurde ernst. Nun hatten wir für unseren Taek Won Do Unterricht sogar richtige Kampfanzüge! Naja, wahrscheinlich war der Begriff „Sportbekleidung“ doch richtiger.

 

Es zeigte sich aber, dass man durch die richtige Kleidung nicht unbedingt sportlicher wurde. Zweimal fiel ich kapital hin, bewunderte aber unserer Lehrer für seine Geduld.

 

Ich beschloss, ein koreanisch Wörterbuch zu kaufen. Unserer Lehrer versuchte uns, verschiedenes auf Koreanisch beizubringen. Doch während ich Mühe hatte, mir die Bewegungen zu merken, konnte ich nicht auch noch eine Fremdsprache nebenher lernen! Ich musste die Wörter sehen, um sie mir merken zu können. Ohnehin war Korea nicht weit weg – einen 2 Stunden Flug zu Besuch in Seoul konnte man da schon mal in Erwägung ziehen ...

 

18.11.07 02:04, kommentieren